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Aufsatz in einer Zeitschrift

Titel
Sprache und/oder Mathematik?
VerfasserLiebing, Kevin
Erschienen in
Jg. 8, S. 23-42
ErschienenSalzburg : Universitätsbibliothek Salzburg, 2018
Ausgabe
Elektronische Ressource
URNurn:nbn:at:at-ubs:4-1566 Persistent Identifier (URN)
DOI10.25598/miu/2018-8-3 
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Zusammenfassung (Deutsch)

Bereits seit den frühen 1990er Jahren belegen Studien, dass und in welchem Ausmaß die natürliche Sprache eine zentrale Rolle in allen Unterrichtsfächern einnimmt. Eine sprachsensible Ausrichtung ist daher auch im Fach Mathematik angebracht und rückt seit Beginn des 21. Jahrhunderts immer häufiger in den Fokus von Untersuchungen, die, im Spannungsfeld zwischen sprachlichen und mathematischen Kompetenzen, sprachliche Hürden für fachliches Verstehen identifizieren möchten. Der vorliegen-de Aufsatz, der eine verkürzte Version der Abschlussarbeit des Verfassers zur Erlangung des Bachelorgrades darstellt, reiht sich in dieses Vorhaben ein, setzt dabei den Schwerpunkt auf die Oberstufenmathematik und somit auch auf Jugendliche, die über ein bereits ausgeprägtes kognitives Leistungspotential verfügen. ^Untersucht wird einerseits deskriptiv, indem die sprachlichen Besonderheiten der Mathematik zusammengefasst werden, weiterhin auf Grundlage eines Textkorpus, um anhand ausgewählter Prüfungsaufgaben mögliche Schwerpunkte für sprachliche Herausforderungen zu identifizieren. Den dritten Teil stellt die empirische Studie dar, die an SchülerInnen einer AHS-Oberstufenklasse durchgeführt wurde. Die Ergebnisse zeigen zunächst, wie eng Sprache und Mathematik miteinander verzahnt sind und dass die Mathematiksprache eine entsprechend hohe sprachliche Komplexität aufweist. Weiterhin wird sichtbar, dass SchülerInnen sowohl im Fach Mathematik als auch im Fach Deutsch in Prüfungsaufgaben auf ähnliche sprachli-che Anforderungen stoßen, bevor die eigentlichen fachlich-mathematischen Kompetenzen geprüft werden. ^Schließlich wird auch evident, dass sprachliche Reformulierungen mathematischer Aufgaben dazu führen können, dass SchülerInnen Aufgabenbeispiele nicht mehr lösen können, obwohl dieselben mathematischen Kompetenzen geprüft werden. Schlussfolgernd soll diese Arbeit ver-deutlichen, dass sprachsensibler Mathematikunterricht nicht allein Aufgabe der Unterstufe sein kann, sondern auch bei älteren Ler-nenden erforderlich ist. Die außerschulische Realität kann Ausgangs- und Zielpunkt für mathematische Ideen sein dazugehörige Anknüpfungsmöglichkeiten zu erkennen ist dabei damit verbunden, Mathematik auch dort wiederzufinden, wo sie versteckt zu sein scheint, wo sie sich beispielsweise unter dem Deckmantel einer Sprache verbirgt, die es zu entschlüsseln gilt.