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Titelaufnahme

Titel
Sinnstiftung durch soziale Einbettung
VerfasserKühler, Michael
Erschienen in
Zeitschrift für Praktische Philosophie, Salzburg, 2018, Jg. 5, H. 2, S. 151-178
Erschienen2018
SpracheDeutsch
DokumenttypAufsatz in einer Zeitschrift
Schlagwörter (DE)Sinnvolles Leben / Sinn im Leben / Gutes Leben / Soziale Einbettung
Schlagwörter (EN)Meaningful Life / Meaning in Life / Good Life / Social Embeddedness
ISSN2409-9961
URNurn:nbn:at:at-ubs:3-10631 Persistent Identifier (URN)
DOIdoi.org/10.22613/zfpp/5.2.6 
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die aktuelle philosophische Debatte darüber, was ein Leben zu einem sinnvollen Leben macht, wird gemeinhin vor dem Hintergrund einer werttheoretischen Auseinandersetzung innerhalb der übergreifenden Debatte um ein gutes Leben geführt. Ein sinnvolles Leben sei demnach grundsätzlich eines, in dem die Person bestimmten als wertvoll und daher sinnstiftend angesehenen Tätigkeiten nachgeht oder bestimmte zur Sinnstiftung geeignete Werte zu befördern sucht. In meinem Artikel widerspreche ich dieser werttheoretischen Engführung und gehe vielmehr von einer werttheoretisch neutralen Formulierung der Frage nach Sinn im Leben aus: Wie müssen Elemente im Leben einer Person beschaffen sein, damit sie für diese Person eine sinnstiftende Funktion zu entfalten vermögen und die Person daher zu dem begründeten Urteil gelangen kann, dass ihr Leben sinnvoll in dem Sinne ist, als es Sinn im Leben umfasst, wobei dieses Urteil grundsätzlich auch aus der Perspektive Dritter zugänglich und nachvollziehbar bzw. kritisierbar ist? In Auseinandersetzung vor allem mit Susan Wolfs Hybridtheorie eines sinnvollen Lebens argumentiere ich, dass sich die sinnstiftende Funktion von Elementen im Leben in erster Linie durch die soziale Einbettung des eigenen Handelns oder Lebens konstituiert und einsichtig machen lässt: Sinn im Leben konstituiert sich dann, wenn das eigene Handeln oder Leben im Ganzen erstens in einen sozialen Zusammenhang eingebettet ist und man auf diese Weise mit und für andere handelt bzw. lebt sowie einem zweitens diese Einbettung (und gegebenenfalls die in ihr verfolgten Zwecke des Handelns mit und für andere) auch wichtig ist. Derart explizierte sinnstiftende Elemente im Leben sind zudem offen für Kritik. Nicht alle sinnstiftenden Elemente sind gleichermaßen wertvoll oder sollten im eigenen Leben und Handeln eine Rolle spielen und verfolgt werden. Dies mag sich aufgrund prudentieller Erwägungen aus der umfassenden Perspektive eines guten und gelungenen Lebens im Ganzen ergeben oder aus einer moralischen Perspektive, wenn die spezifische soziale Einbettung oder die dabei verfolgten Ziele moralisch zu kritisieren sind. Sind meine Überlegungen überzeugend, so sollte man dem werttheoretischen Mainstream der Debatte um Sinn im Leben daher ein gutes Stück weit kritischer gegenüberstehen.

Zusammenfassung (Englisch)

Current philosophical debate about meaning in life is basically centered around questions of value. According to the mainstream of the debate, a person enjoys meaning in life if she pursues and realizes suitable values. In my paper I reject this value centered approach to meaning in life. Instead, I use a value neutral way of posing the question of meaning in life: how must elements in life be shaped in order to be able to generate meaning in life, so that the person and others may be justified in the corresponding assessment? Based on a critical discussion of Susan Wolfs hybrid theory of meaning in life, I argue that it is primarily the social embeddedness of ones actions that generates meaning in life: meaning in life is constituted, firstly, by socially embedding ones actions, i.e. if one acts together with and for others, and, secondly, by caring about this social embeddedness (and optionally also about the ends of the corresponding actions). However, elements in life which are capable of generating meaning in this sense are still open to criticism. Not all of these elements, i.e. instances of social embeddedness of ones actions and life, are equally valuable and worth pursuing. Such criticism may stem from prudential reasoning in light of a reflection on how to live an overall good life or from moral reasoning in light of the fact that certain instances of social embeddedness and their corresponding ends may be immoral. In any case, if my arguments are plausible, the value centered mainstream of the debate about meaning in life should be seen more critically.

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