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Titelaufnahme

Titel
Verantwortung in der globalen Wirtschaftsordnung: eine funktionalistische Konzeption
VerfasserSchnitker, Jens In der Gemeinsamen Normdatei der DNB nachschlagen
Erschienen in
Zeitschrift für Praktische Philosophie, Salzburg, 2017, Jg. 4, H. 1, S. 239-270
Erschienen2017
SpracheDeutsch
DokumenttypAufsatz in einer Zeitschrift
Schlagwörter (DE)Verantwortung / Wirtschaftsethik / Unternehmen / Globalisierung / Funktionalistische Verantwortungstheorie
Schlagwörter (EN)Responsibility / Business ethics / Corporations / Globalization, / functionalist approach to responsibility
ISSN2409-9961
URNurn:nbn:at:at-ubs:3-5252 Persistent Identifier (URN)
DOI10.22613/zfpp/4.1.10 
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Verantwortung in der globalen Wirtschaftsordnung: eine funktionalistische Konzeption [0.61 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Die globale Wirtschaftsordnung hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Wirtschaft einzelner Staaten und dadurch auf das Leben der meisten Menschen. Daher muss diskutiert werden, wie mit ihrem jetzigen Aufbau umzugehen ist und wie sie zukünftig gestaltet werden soll. Um diese Diskussion sinnvoll führen zu können, muss zuerst geklärt werden, wie die globale Wirtschaftsordnung ausgestaltet ist und wer die Akteure sind, die die globale Wirtschaftsordnung beeinflussen oder beeinflussen können. Wie sich zeigt, sind dies bezogen auf die vergleichsweise nur schwach regulierten globalen Märkte vor allem in Institutionen eingebundene Akteure, die in der Politik sowie in Unternehmen arbeiten, aber auch Konsumenten. Um diesen Akteuren Verantwortung für sowohl die bisherigen positiven wie negativen Folgen dieser Wirtschaftsordnung als auch ihre zukünftige Gestaltung zuzuweisen, greife ich auf eine funktionalistische Verantwortungstheorie zurück. Maßgebliches, wenn auch nicht alleiniges Kriterium dieser auch konsequentialistisch, pragmatisch, instrumentell oder revisionistisch genannten Verantwortungstheorie ist dabei die Effizienz der Zuschreibung. Daher muss vor allem die Gestaltungsmacht der einzelnen Akteure in den Blick genommen werden. Die Stärke einer solchen Verantwortungstheorie ist einerseits, dass sie weitgehend mit metaphysisch anspruchslosen Grundannahmen auskommt, andererseits, dass sie sich für den Umgang mit den relevanten Akteuren als sinnvoll erweist. Aufgrund der Komplexität der Institutionen, mit denen man es bei der globalen Wirtschaftsordnung zu tun hat, und der unterschiedlichen Akteure, die sie beeinflussen können, stößt auch diese Theorie an Grenzen. Diese Grenzen betreffen jedoch auch andere Verantwortungskonzepte. Zudem sind die spezifischen Probleme der funktionalistischen Verantwortungszuschreibungen in Zusammenhang mit Institutionen weniger gravierend. Deshalb sollte eine funktionalistische Theorie bei Verantwortungszuschreibungen für Aspekte der globalen Wirtschaftsordnung zugrunde gelegt werden.

Zusammenfassung (Englisch)

The global economic system has a massive impact on state economies and hence on most peoples lives. It is therefore necessary to discuss what should be done with its current structure and its future appearance. To do this properly, at first it must be clarified what is meant by “global economic system” and which actors have, or will have, the capability to affect it. It will be shown that the actors who can influence the weakly regulated global markets are mainly part of political and economic institutions, but also individual customers. To assign prospective and retrospective responsibility for the state of the global economic system to these actors, I draw on a functionalist approach to responsibility. The most decisive, but not the only criterion to hold someone responsible according to this approach which is also called consequentialist, pragmatic, instrumental, or revisionist is efficiency of the assignment. That is why the power of the actors to shape the system is crucial in a functionalist account of responsibility. On the one hand, the strength of such an account is that it rests on metaphysically weak assumptions, on the other hand, that it is appropriate to dealing with the relevant actors. The limits of such a theory are defined by the complexity of the institutions of the global economic system, and the various actors who can affect the system. These limits, however, also apply to other theories of responsibility. Moreover, the specific problems of a functionalist approach to responsibility are less severe when institutions are concerned. Therefore a functionalist account should be the basis when someone is held responsible for aspects of the global economic system.

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