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Titelaufnahme

Titel
Wie wird man ein Könner? : Überlegungen zur Struktur von Fort- und Weiterbildung zur Entwicklung von Könnerschaft
VerfasserHofmann, Franz
Erschienen in
Zeitschrift für Bildungsforschung, Wiesbaden, 2017, Jg. 2017, S. 1-7
ErschienenSpringer Fachmedien Wiesbaden, 2017
SpracheDeutsch
DokumenttypAufsatz in einer Zeitschrift
Schlagwörter (EN)Didaktik der Lehrerfortbildung / Könnerschaft / Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen / Professionelles Lernen / Lehrerbildung / Ganzheitliches Lernen
ISSN2190-6904
URNurn:nbn:at:at-ubs:3-5058 Persistent Identifier (URN)
DOI10.1007/s35834-017-0184-5 
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Zusammenfassung (Englisch)

Ein Blick auf für Fort- und Weiterbildungsprozesse von Lehrpersonen vorliegende Strukturkonzepte zeigt, dass aktuell zumindest zwei Paradigmen voneinander abgegrenzt werden können: Fort- und Weiterbildungsprozesse können im Sinne einer Meisterlehre bzw. im Sinne des selbstgesteuerten professionellen Lernens in einem forscherischen Habitus konzipiert werden. In den Schriften zu beiden Paradigmen wird betont, dass der Frage nach Prozessmerkmalen des Wegs vom akademischen Wissen zum qualitätsvollen professionellen, kontextsensiblen Können dringend verstärkt Aufmerksamkeit zu schenken ist. Bei diesem Desiderat soll im vorliegenden Beitrag zunächst auf der Basis der Überlegungen von Neuweg, der zum Konstrukt der Könnerschaft wichtige Hinweise gegeben hat, angeknüpft werden. Die Hinweise Neuwegs zur Entwicklung von Könnerschaft er verweist vorwiegend auf die Bedeutung von Reflexionsprozessen erscheinen PSI-theoretisch betrachtet differenzierungsbedürftig: Neben den kognitiven Makrosystemen des Intentionsgedächtnisses als Speicher für akademisches Wissen, der intuitiven Verhaltenssteuerung sowie dem Erfahrungsgedächtnis, auf die Neuweg allerdings mit Bezug auf Polanyi anspielt, bedarf es mit dem diskrepanzsensitiven Objekterkennungssystem eines weiteren kognitiven Makrosystems, damit die Entwicklung von Könnerschaft möglich ist. Freilich ergibt sich ein solcher Entwicklungsprozess nicht automatisch, sondern ist je nach individuellen Dispositionen an bestimmte Selbststeuerungsfähigkeiten gebunden. Analysiert man die Vorstellungen beider eingangs erwähnter Paradigmen unter der Perspektive der Entwicklung von Könnerschaft, zeigt sich, dass beide Paradigmen nicht in einer „Entweder-oder“-Relation zu betrachten sind, sondern in einem wechselseitigen Bedingungsverhältnis: Im Falle eines noch niedrigen Elaborationsgrads der Selbststeuerungsfähigkeiten der an Fort- und Weiterbildungsprozessen teilnehmenden Lehrpersonen erscheint es angemessen, beide Paradigmen sequenziell zu kombinieren, um das Ziel der professionellen Selbstentwicklung bei Lehrpersonen zu unterstützen.

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