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Titelaufnahme

Titel
Bewertung unter Vorbehalt : Zur Praxis der Bewertungskommunikation in einem Streichquartett
VerfasserWilke, Désirée
Erschienen in
Berliner Journal für Soziologie, Wiesbaden : Springer Fachmedien Wiesbaden, 2017, Jg. 2017, H. [online first], S. 1-29
SpracheDeutsch
DokumenttypAufsatz in einer Zeitschrift
Schlagwörter (DE)Judgement / String quartet / Interaction / Ethnomethodology / Conversation analysis
Schlagwörter (EN)Bewertung / Streichquartett / Interaktion / Ethnomethodologie / Konversationsanalyse
ISSN1862-2593
URNurn:nbn:at:at-ubs:3-4022 Persistent Identifier (URN)
DOI10.1007/s11609-017-0321-y 
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Bewertung unter Vorbehalt [0.32 mb]
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Zusammenfassung (Englisch)

<span>Der Beitrag untersucht einen besonderen Fall von interaktiver Bewertungspraxis anhand von Probengesprächen unter Musikern eines studentischen </span><span class="searchterm">Streichquartetts</span><span>. Für eine Soziologie der Bewertung ist diese Interaktionssituation ohne institutionalisierte Bewertungsinstanz – also ohne Dirigent oder Dirigentin – interessant, insofern das wechselseitige Bewerten von Interpretationsvorschlägen und Spieltechniken durch die Musizierenden geradezu konstitutiv ist für die Erarbeitung einer gemeinsamen Interpretation eines Musikstückes, negative Bewertungen die Kooperation aber potenziell gefährden. Das Erkenntnisinteresse der empirischen Studie richtet sich nicht auf die inhaltliche Dimension der Bewertungskriterien, sondern erforscht konversationsanalytisch den kommunikativen Vollzug der Bewertungspraxis. Die Ergebnisse der Sequenzanalysen weisen nicht nur auf eine Vermeidung von Kränkungen bei der Bewertungskommunikation unter den Musikern hin, sondern zeigen auch, wie der Diskussionsraum durch unverbindlich formulierte Bewertungen weiterhin geöffnet bleibt, sodass Bewertungen zu einem späteren Zeitpunkt revidiert werden können. Die Offenheit der Bewertungskommunikation fördert somit einerseits die Beibehaltung der Integration der Akteure im Kooperationszusammenhang, ist andererseits aber dem Fehlen einer semantischen Eindeutigkeit der Klangbeschreibungen durch die Musiker geschuldet, da die deutsche Sprache für präzise Klangbeschreibungen kaum Worte bereitstellt, sodass hierfür vielfach Metaphern und außersprachliche Ausdrucksformen (z. B . Vorsingen, Vorspielen, Gesten) herangezogen werden müssen.</span>

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