Zur Seitenansicht
 

Titelaufnahme

Titel
Warum eigentlich Werte? Einige Gedanken zur „Flüchtlingskrise“
Weitere Titel
Why care about values? Some thoughts about the “refugee crisis“
VerfasserÖzmen, Elif
Erschienen in
Zeitschrift für Praktische Philosophie, Salzburg, 2015, Jg. 2, H. 2, S. 349-360
Erschienen2015
SpracheDeutsch
DokumenttypAufsatz in einer Zeitschrift
Schlagwörter (DE)Krise / Integration / Werte / Identität
ISSN2409-9961
URNurn:nbn:at:at-ubs:3-2495 Persistent Identifier (URN)
DOI10.22613/zfpp/2.2.13 
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Warum eigentlich Werte? Einige Gedanken zur „Flüchtlingskrise“ [0.5 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Meine ersten Gedanken sind persönlicher Art. Sie erzählen eine Geschichte darüber, wie wir, die neuen Deutschen, offenbar niemals deutsch genug sein können. Und zwar nicht, weil wir uns der „Integration verweigern“ (wiewohl wir natürlich unsere individuelle historische, kulturelle, religiöse oder ethnische Identität nicht assimilieren können, selbst wenn es wir wollten). Sondern weil uns ebendiese Integration das selbstverständliche, fraglose, unkommentierte Deutsch-Sein verweigert wird. Nicht nur die Schönheit, sondern auch die Fremdheit liegt offenbar im Auge des Betrachters. Der zweite Gedanke widmet sich dem Begriff der Flüchtlingskrise, der die öffentliche Diskussion seit einiger Zeit beherrscht und anders beschaffen ist als die vertrauten Krisen-Rhetoriken der vergangenen Jahrzehnte. Die „Flüchtlingskrise“ bezeichnet eine Identitätskrise, der mit dem Instrumentarium der „Werte“ beigekommen werden soll. Am Beispiel der Debatte um die deutsche Leitkultur und deren mutmaßliche Kernwerte möchte ich abschließend dafür plädieren, das notwendig identitätsbezogene Konzept der Werte aus einer (zukünftigen) Ethik der Integration herauszuhalten.

Zusammenfassung (Englisch)

My first thoughts are of personal nature. They tell a story about how we, the new Germans, can apparently never be German enough. The reason is not that we “refuse integration” (although of course we cannot assimilate our individual historical, cultural, religious or ethnical identity, even if we wanted). Instead it is because we are denied exactly this integration, the natural, unquestioned, uncommented Being German. Not only beauty, but also foreignness apparently lies in the eye of the beholder. The second thought is about the term ‘refugee crisis, which has been dominating the public discussion for some time, and is quite different to the familiar crisis rhetoric of the past decades. The “refugee crisis” names a crisis of identity that is supposed to be solved by values. Using the debate about German culture and its alleged core values as example, I finally want to argue for keeping the concept of values which is necessarily based on identity out of a (future) ethics of integration.

Lizenz
CC-BY-Lizenz (4.0)Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz