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Titelaufnahme

Titel
Was uns nicht umbringt, macht uns härter? Resilienzförderung bei armen Kindern aus Sicht des Capability-Ansatzes
Weitere Titel
What doesnt kill you makes you stronger? A capability approach to resilience support for children
VerfasserGutwald, Rebecca
Erschienen in
Zeitschrift für Praktische Philosophie, Salzburg, 2015, Jg. 2, H. 1, S. 129-158
Erschienen2015
SpracheDeutsch
DokumenttypAufsatz in einer Zeitschrift
Schlagwörter (DE)Resilienz / Capability-Ansatz / Kinderarmut / Amartya Sen / Gerechtigkeit
Schlagwörter (EN)resilience / capability approach / children poverty / Amartya Sen / justice
ISSN2409-9961
URNurn:nbn:at:at-ubs:3-2313 Persistent Identifier (URN)
DOI10.22613/zfpp/2.1.5 
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Was uns nicht umbringt, macht uns härter? Resilienzförderung bei armen Kindern aus Sicht des Capability-Ansatzes [0.56 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

Resilienz wird in der Psychologie und Sozialpädagogik häufig als positiv angesehen. In der Armutsbekämpfung ist diese Sichtweise durchaus nachvollziehbar, insbesondere in der Prävention von Kinderarmut: wenn Resilienz das ist, was ein Kind in die Lage versetzt, die Risiken und negativen Folgen von Armut besser zu bewältigen, scheint es sinnvoll, diese Fähigkeit bei Kindern zu fördern. Mein Beitrag befürwortet diesen Befund, plädiert aber dafür, dass die Resilienzdebatte der Untermauerung durch Argumente aus der praktischen Philosophie bedarf, da das, was häufig als Resilienz bezeichnet wird, nicht immer positiv zu bewerten ist. Ziel meines Beitrags ist es, den Resilienzdiskurs im Rahmen der Kinderarmutsbekämpfung in einer normativen Theorie zu verankern: im Capability Ansatz von Amartya Sen. Resilienz wird damit, so meine These, zu einem fundamental normativen Begriff. Mein Beitrag gliedert sich in drei Teile: Zuerst wird auf die Grundideen des CA und die Stellung von Kindheit darin eingegangen. Im zweiten Teil wird der Resilienzbegriff im Kontext von Kinderarmutsprävention charakterisiert. Der dritte Teil widmet sich den Verbindungslinien zwischen der Resilienzdiskussion und dem CA. Leitgedanke ist dabei, dass der CA die menschliche Handlungsfähigkeit als normativ grundlegend auszeichnet. Auf dieser Basis lässt sich überzeugend beurteilen, warum Armut bei Kindern höchst problematisch ist und welches Ziel in der Resilienzförderung verfolgt werden soll. Wie ich argumentieren werde, ist die Bereitstellung von capabilities auch die gerechtigkeitstheoretische Basis von Resilienzförderung in der Praxis. Der Beitrag schließt mit Impulsen, welche, so meine Hoffnung, für eine weitere Diskussion der Normativität von Resilienz dienlich sein können.

Zusammenfassung (Englisch)

In Psychology and Social Pedagogy we often find a positive view on resilience. From the perspective of poverty reduction, this view is definitely reasonable: If resilience is something, which enables children to better cope with the risks and negative effects of poverty, then it seems to make sense to support this capability in children. My essay agrees with this, but argues that the debate about resilience is in need of support through arguments from political philosophy, because what is often called resilience cannot always be seen as positive. The goal of my essay is to embed the resilience discourse in the context of child poverty reduction in a normative theory, namely the capability approach of Amartya Sen. My thesis is that as a result, resilience is a fundamentally normative term. My essay is structured in three parts: At first the basic ideas of the CA and the role of childhood within it are addressed. In the second part, resilience is characterised in the context of childhood poverty prevention. The third part is about connections between the resilience discussion and the CA. The main idea here is that the CA characterises human agency as fundamentally normative. From this basis, we can convincingly judge why childrens poverty is highly problematic, and which goal should be pursued in resilience support of children. I will argue that providing capabilities is also the justice theoretical basis of resilience support in practice. The essay concludes with impulses which can hopefully be helpful for a further discussion of the normativity of resilience.

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