Zur Seitenansicht
 

Titelaufnahme

Titel
Gibt es einen moralisch relevanten Unterschied zwischen Lügen und Irreführen?
Weitere Titel
Is there a morally relevant difference between lying and misleading?
VerfasserBaumann, Holger
Erschienen in
Zeitschrift für Praktische Philosophie, Salzburg, 2015, Jg. 2, H. 1, S. 9-36
Erschienen2015
SpracheDeutsch
DokumenttypAufsatz in einer Zeitschrift
Schlagwörter (DE)Lügen / Irreführen / Respekt / Bernard Williams / Jennifer Saul
Schlagwörter (EN)lying / misleading / respect / Bernard Williams / Jennifer Saul
ISSN2409-9961
URNurn:nbn:at:at-ubs:3-2252 Persistent Identifier (URN)
DOI10.22613/zfpp/2.1.1 
Zugriffsbeschränkung
 Das Werk ist frei verfügbar
Dateien
Gibt es einen moralisch relevanten Unterschied zwischen Lügen und Irreführen? [0.53 mb]
Links
Nachweis
Klassifikation
Zusammenfassung (Deutsch)

Einer weit verbreiteten Auffassung zufolge ist es moralisch besser (bzw. weniger schlecht), eine andere Person in die Irre zu führen als sie anzulügen. Diese Auffassung ist in neuerer Zeit jedoch ausführlich von Bernard Williams und Jennifer Saul kritisiert worden ihnen zufolge verdankt sich unsere moralische Präferenz für Irreführungen einem Irrtum und lässt sich bei näherer Betrachtung nicht aufrechterhalten. Im ersten Teil des Aufsatzes versuche ich demgegenüber zu zeigen, dass es in manchen Fällen tatsächlich moralische Gründe gibt, statt zu lügen in die Irre zu führen. Im Mittelpunkt steht dabei eine expressive und beziehungsorientierte Analyse von Irreführungen: Wir können mit Irreführungen, so die zentrale These, im Unterschied zu Lügen zumindest in manchen Fällen zum Ausdruck bringen, dass wir die andere Person respektieren und uns die Fortführung einer vertrauensvollen Beziehung mit ihr am Herzen liegt. Im zweiten Teil weise ich dann allerdings nach, dass die moralische Präferenz für Irreführungen nicht in allen Fällen gerechtfertigt ist zum einen, weil der mit Irreführungen zum Ausdruck gebrachte Respekt gegenüber anderen Personen nicht immer angemessen ist, und zum anderen, weil mit Irreführungen nicht in allen Situationen Respekt vor der anderen Person und ein Interesse an einer vertrauensvollen Beziehung mit ihr zum Ausdruck gebracht werden kann.

Zusammenfassung (Englisch)

According to a commonly shared view, it is morally better (or less bad) to mislead a person, rather than lie to them. In recent times, this view was extensively criticised by Bernard Williams und Jennifer Saul, who argue that our moral preference for misleading is mistaken, and cannot be maintained after a closer consideration. In contrary to that, I try to show in the first part of this essay that there are some cases, in which we have moral reasons to mislead instead of lying. My focus is on an expressive and relationship-oriented analysis of misleading: The central thesis is that when we mislead somebody instead of lying to them, there are at least some cases, in which we thereby show that we respect the other person and very much want to maintain a trustful relationship. However, in the second part I demonstrate that the moral preference for misleading is not justified in all cases. There are two reasons for that: Firstly, the respect for a person shown through misleading instead of lying is not always appropriate. Secondly, it is not in all situations possible to show respect and interest in maintaining a trustful relationship through misleading instead of lying.

Lizenz
CC-BY-Lizenz (4.0)Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz