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Titelaufnahme

Titel
Zu den Grundlagen der visuellen Soziologie : wahrnehmen und sehen, beobachten und betrachten
VerfasserBachleitner, Reinhard ; Weichbold, Martin
Erschienen in
Forum Qualitative Sozialforschung, 2015, Jg. 16, H. 2, S. 1-29
Erschienen2015
SpracheDeutsch
DokumenttypAufsatz in einer Zeitschrift
Schlagwörter (DE)Wahrnehmung / visuelle_Soziologie / methodologische_Grundlagen_visueller_Praktiken
Schlagwörter (EN)perception; visual perception; sociology; methodology; see; observation; cognitive ability; difference; picture; language; quality assurance
URNurn:nbn:at:at-ubs:3-1442 Persistent Identifier (URN)
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Zu den Grundlagen der visuellen Soziologie [0.23 mb]
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Zusammenfassung (Deutsch)

In diesem Beitrag werden die visuellen Modi des Wahrnehmens - das Sehen, Beobachten und Betrachten - in ihrem Wesen skizziert, und die doppelte Theorieabhängigkeit von Wahrnehmungsprozessen wird thematisiert. Dabei zeigt sich, dass mehrere offene methodologische und erkenntnistheoretische Fragen durch die Differenzierung des Wahrnehmungsvorgangs in drei Stufen (reines Sehen, kognitive Repräsentation, Transformation des Perzepts in Worte) sowie die Differenzierung der Wahrnehmungsmodi in jeweils zwei Bewusstseinsstufen (bewusste und unbewusste Reflexion) einer ersten Klärung zugeführt werden können. Die bislang vorliegenden empirischen Teilanalysen zu verschiedenen Einflüssen auf die Wahrnehmungserlebnisse signalisieren, dass der visuelle Wahrnehmungsprozess als ein höchst sensibler Prozess mit zahlreichen methodischen Fallen und Hürden gesehen werden kann. Die daran anknüpfende und entwickelte zweidimensionale "visuelle Differenz" - bestehend aus der Differenz von Bild und Sprache sowie der Differenz von präsentativen und diskursiven Symbolen - soll gegenüber möglichen Selektionsvorgängen sensibilisieren und systematisch in den Deutungs- bzw. Auslegungsvorgang des Wahrgenommenen integriert werden. Zentral wird hier die Frage nach der methodischen Qualität von visuellen Studien, da mit den Beobachter/innen bzw. Betrachter/innen zahlreiche Selektionsmechanismen im Wahrnehmungsprozess verbunden sind. Daher wurden in einem ersten Ansatz "Gütekriterien" für visuelle Studien angedacht und skizziert.

Zusammenfassung (Englisch)

In this article we analyze the visual ways of perception - seeing, observing, and gazing -, and discuss the double dependence of the process of perception on theory. In doing so we argue that open methodological and epistemological questions can be answered by differentiating the process of perception into three steps: pure vision, cognitive representation, and transformation of perception into words. In addition, the processes of perception have to be further differentiated in conscious and unconscious levels of awareness. As existing empirical analyses of the influence of diverse variables on the results of perception indicate, the process of visual perception is highly sensible and includes various sources of methodological artifacts. The suggested two-dimensional "visual difference", consisting of the difference between image and language as well as of the difference between presentative and discursive symbols, should sensitize researchers towards diverse processes of screening and selection. This concept should therefore be systematically integrated in the interpretation of all processes of perception. The question of the methodological quality of visual studies remains in the focus of the analyses as it becomes clear that any process of perception is always subject to the individual observer's multiple mechanisms of screening and selection. This article therefore constitutes a first attempt to outline consistent "quality criteria" for visual studies.

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